Biketour Pilatus
Spontane Sommerbiketour auf die Fräkmüntegg oder wenn das Garmin plötzlich wichtigeres zu tun hat
Spontan ist meistens am besten. Dies bewahrheitete sich einmal mehr bei unserer sommerlichen Biketour des RSV Buchrain. Pünktlich um 07.20 Uhr trafen sich sieben gut gelaunte und hochmotivierte Mitglieder/Innen beim Dorfschulhaus in Buchrain. Mit dabei waren Noemi, Manu, Georg, Marcel, Urs, Pius und Tourleiter Rolf.
Zu dieser frühen Stunde waren die Temperaturen noch herrlich frisch und angenehm. Der Himmel zeigte sich von seiner schönsten Seite und versprach einen wunderbaren Sommertag. Also nichts wie los, bevor die grosse Hitze uns und unsere Trinkflaschen in Beschlag nehmen konnte.
Gemütlich pedalierten wir der Reuss und später der Emme entlang in Richtung Blatten. Das Tempo war angenehm, die Stimmung bestens und die Gespräche liefen mindestens so flüssig wie unsere frisch geschmierten Veloketten. Über das Renggloch ging es weiter Richtung Holderchäppeli und schliesslich hinauf zur Dorschnei.
Nussgipfelalarm in der Dorschnei
Beim Berghaus Dorschnei angekommen, konnten und wollten wir es natürlich nicht unterlassen, einen ersten Kaffeehalt einzulegen. Schliesslich muss ein gut organisierter Radsportverein auch dafür sorgen, dass der Koffeinspiegel seiner Mitglieder stets im optimalen Bereich liegt.
Zum Kaffee wurden sensationelle Nussgipfel serviert. Und weil wir bekanntlich keine halben Sachen machen, wurde herzhaft zugegriffen. Unsere Clubkasse wurde dabei so richtig strapaziert. Der Kassier dürfte beim nächsten Blick auf die Abrechnung vermutlich kurz nach Luft schnappen. Aber was solls: Ein guter Nussgipfel ist schliesslich eine Investition in die sportliche Leistungsfähigkeit.
Gut gestärkt, bestens gelaunt und mit genügend Zucker im Blut nahmen wir den nächsten Aufstieg unter die Räder. Unser Ziel war die Fräkmüntegg.
Mittagshalt mit kostenloser Seilpark-Unterhaltung
Nach einigen weiteren Höhenmetern erreichten wir schliesslich die Fräkmüntegg. Auf der Sonnenterrasse genossen wir unseren wohlverdienten Mittagshalt. Die Beine durften sich erholen, der Flüssigkeitshaushalt wurde ausgeglichen und natürlich wurde auch wieder ausgiebig diskutiert und gelacht.
Für zusätzliche Unterhaltung sorgten die Besucherinnen und Besucher des Seilparks. Einige bewegten sich elegant und souverän durch die Hindernisse. Andere wiederum wirkten, sagen wir es einmal diplomatisch, etwas weniger geschmeidig.
Teilweise wussten wir nicht genau, ob wir Mitleid haben, Hilfe anbieten oder einfach weiter zuschauen sollten. Wir entschieden uns für Letzteres. Schliesslich war die Unterhaltung kostenlos.
Unser Kassier darf übrigens dankbar sein, dass wir unser obligates Getränk nicht im Restaurant auf der Fräkmüntegg konsumiert haben. Das hätte unsere arg strapazierte Clubkasse vermutlich endgültig an ihre finanziellen Grenzen gebracht.
Somit können wir rückblickend mit gutem Gewissen sagen: Wir haben wieder einmal gespart. Zwar völlig unbewusst, aber gespart ist gespart.
Wurzeln, Schweiss und unterschiedliche Definitionen von «flowig»
Nach der Mittagspause wartete der anspruchsvolle Wurzeltrail auf uns. Spätestens jetzt wurden auch bei den letzten Teilnehmern die noch vorhandenen Schweissreserven aktiviert.
Die Hitze hatte inzwischen deutlich zugelegt und der Trail verlangte volle Konzentration. Wurzeln, Steine und technische Passagen sorgten dafür, dass garantiert keine Langeweile aufkam.
Die einen Teilnehmer bewegten sich relativ flowig über den Trail. Bei anderen sah es eher danach aus, als würden sie mit jeder einzelnen Wurzel persönliche Verhandlungen führen.
Aber egal wie elegant oder weniger elegant: Alle kamen vorwärts.
Und dann kam der grosse Auftritt des Tourleiters.
Schande über den Tourleiter und sein Garmin
Mitten im Trail entschied mein Garmin GPS-Gerät plötzlich, dass genau jetzt der perfekte Zeitpunkt für ein Update sei.
- Nicht am Morgen.
- Nicht beim Kaffeehalt.
- Nicht während der Mittagspause.
- Nein. Mitten im Wurzeltrail.
Das Garmin hatte offensichtlich seinen eigenen Tourenplan.
Und wenn man einmal falsch fährt, darf man sich natürlich nicht wundern, wenn einem die Umgebung plötzlich etwas komisch vorkommt. Irgendwann stellte ich fest, dass der Trail irgendwie nicht mehr ganz so aussah, wie ich ihn in Erinnerung hatte.
Schande über den Tourleiter.
Dank unserem technischen Leiter Manu und vermutlich auch dank etwas gesundem Menschenverstand fanden wir trotzdem einen Weg Richtung Hergiswil.
Wobei «Weg» teilweise eine sehr grosszügige Bezeichnung war.
Mir kam es stellenweise vor, als würden wir mit unseren Bikes durch ein ausgetrocknetes Bachbett ins Tal fahren. Steine, Geröll und Rinnen sorgten für zusätzliche Unterhaltung und beanspruchten Mensch und Material gleichermassen.
Gut gelaunt und erfreulicherweise fast ohne sichtbare Kampfspuren erreichten wir mit einer leichten Verspätung Hergiswil.
Kein Bier im Roggerli, dafür Glace in Luzern
Das ursprünglich versprochene Bier im Restaurant Roggerli mussten wir leider aus Zeitgründen streichen. Der Tourenplan war durch unsere kleine Garmin-Sonderprüfung etwas aus dem Gleichgewicht geraten.
Also ging es direkt weiter Richtung Luzern.
In der Altstadt folgte dafür der mittlerweile fast schon obligatorische Glacehalt. Nach den vielen Höhenmetern, dem Wurzeltrail und dem ausgetrockneten Bachbett hatten wir uns diese Abkühlung definitiv verdient.
Doch damit war der Tag für vier Mitglieder noch nicht ganz abgeschlossen.
Im Restaurant Reussfähre gönnten wir uns noch ein wohlverdientes Abschlussbier. Natürlich ausschliesslich zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts.
Für beste Unterhaltung war auch dort gesorgt. Zahlreiche Leute nutzten die angenehmen Temperaturen und liessen sich gemütlich die Reuss hinuntertreiben. Andere, etwas mutigere Zeitgenossen, zeigten ihre tollkühnen Sprünge von den Brücken.
Wir blieben beim Bier.
Das erschien uns nach dem Wurzeltrail eindeutig als die sicherere Variante.
Sonne, Trails und sieben gut gelaunte Biker
Gut gelaunt, müde Beine und reichlich mit Sonne begossen, erreichten schliesslich alle Teilnehmer spätestens um 16.30 Uhr wieder Buchrain.
Eine spontane Biketour, die wieder einmal gezeigt hat, dass es für einen gelungenen Tag nicht viel braucht: sieben gut gelaunte RSV-Mitglieder/Innen, schönes Wetter, einige Höhenmeter, sensationelle Nussgipfel, einen anspruchsvollen Wurzeltrail, ein Garmin mit Eigenleben, eine Glace und für die ganz Durstigen noch ein Abschlussbier.
Es hat wiederum riesigen Spass gemacht, mit euch eine wunderschöne und unvergessliche spontane Sommerbiketour durchzuführen.
Danke Noemi, Manu, Georg, Marcel, Urs und Pius für die tolle Gesellschaft, die gute Stimmung und den Humor auf und neben dem Bike.
Ich freue mich bereits auf die nächste Tour.
Und mein Garmin bekommt bis dahin Update-Verbot. 😉
Tourleiter Rolf
